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Für die Einrichtung eines Terrariums müssen im Interesse der Pfleglinge zahlreiche Parameter
wie Größe, Format, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Beleuchtung, Futteransprüche, Bepflanzung, Versteckplätze, um nur einige zu nennen, bedacht werden. Daher kommen für den Anfänger nur “robuste” Arten in Betracht, die auch in ihrem natürlichen Habitat an ein breites Spektrum abiotischer Bedingungen angepasst sind. Das Terrarium, im Regelfall aus Glas, sollte der Anfänger nicht unbedingt selbst bauen, es gibt preisgünstige Glasterrarien mitlerweile auch im Zoofachhandel oder bei Repilienausstellungen zu erwerben.
Grundsätzlich kann man vier Terrarientypen, mit verschiedenen Nuancen, unterscheiden:
I. Das Aquaterrarium oder Paludarium
Das besondere am Paludarium: es hat sowohl einen Wasser- als auch einen Landteil. Neben ein bis zwei Kletterästen sorgen eingebrachte Ampelpflanzen für eine sinnvolle
Dekoration, denn sie bilden gleichzeitig auch Reviergrenzen für territorial lebende Exemplare. Der Landteil sollte etwa ein Drittel der Grundfläche einnehmen und direkt auf der Wasseroberfläche
aufliegen. Der Wasserteil kann mit verschiedenen Wasserpflanzen (Elodea usw.) versehen sein, auch ein Besatz mit “robusten” Fischarten ist möglich. Infolge eines möglichen Schmutzeintrages über den
Landteil ist eine Filterung des Wasserteils und regelmäßiger Teilwasserwechsel unabdingbar. Das erhöht zwar den pflegerischen Aufwand, Aquaterrarien gehören jedoch zu den beeindruckendsten Biotopen.
II. Das Feucht- oder Regenwaldterrarium
Typisches Merkmal eines Regenwaldterrariums sind die hohe Luftfeuchtigkeit zwischen 80-90%, nur gering schwankende Temperaturen zwischen 25-280C, die Aufgliederung in
Etagen und die üppige Vegetation.Geeignete Pflanzen sind z.B. Bromeliaceen, Tillandsien, Zypergras, Efeutute,Drachenlilien (D. reflexa, D.sanderiana), Diefenbachie, Birkenfeige (Ficus benjamini),
Kletterfeige und viele andere. Als Versteckmöglichkeit und zur Dekoration sollte man sowohl den Bodenbereich als auch eine Rück- oder Seitenwand in das Konzept einbeziehen. Dabei kann man auch
Bambusstäbe, Kletteräste aus Steinobst- und Eichenholz (wg. der Unfallgefahr fest verankern!), Wurzeln (nur aus dem Handel) und Korkplatten, die überall im Handel erhältlich sind, verarbeiten. Auch wenn
die Austattung insgesamt üppig ist, bitte nicht übertreiben, denken sie daran, dass ihr Terrarium regelmäßig gereinigt werden muss.
Das Bodensubstrats sollte den Feuchtigkeitshaushalt im Terrarium mit regulieren.Geeignet sind Moose (Sphagnum spec.) und kleine Rindenstücke, die auch im Fachhandel zu beziehen sind.
Eine Reinigung oder sogar der komplette Austausch des Bodensubstrates ist aus hygienischen Gründen unbedingt notwendig, die Zeitintervalle sind von der Besatzdichte und der Größe der Tiere abhängig.
Ein separater Wasserbehälter ist für die meisten Tiere im Regenwaldterrarium nicht notwendig, denn sie nehmen das Wasser auf, das sich auf Blättern und den Zisternen der Bromelien
ansammelt. Er kann aber zur zusätzlichen Feuchtigkeitsregulation sinnvoll sein und bietet z.B. als kleiner Wasserfall , der über eine Pumpe betrieben wird, einen dekorativen Blickfang.
Zur technischen Installation gehören ein Hygrometer, ein Thermometer, das evtl. mit der Temperatursteuerung und dem Heizkabel verschaltet ist, evtl. eine Reflektorlampe zur Beheizung
des Sonnenplatzes oder ein beheizter Lavastein sowie eine UV-Leuchtstofflampe für die Beleuchtung. Bitte achten sie auch auf eine ausreichende Belüftung des Terrariums - allerdings keine Zugluft!
III. Das halbtrockene (halbfeuchte) Terrarium
Dieses Terrarium ist insbesondere für Arten geeignet, die halbfeuchte Ökosysteme wie Wälder, Waldränder und Wiesen bewohnen. Zur Bepflanzung sind Moose, Farne, Agaven u.a. geeignet.
Die Luftfeuchtigkeit bewegt sich im Bereich von 40-60%. Die Frage der Beheizung hängt von den bevorzugten Arten ab.
IV. Das Steppen-, Trocken- oder Wüstenterrarium
Der Lebensraum solch arider Gebiete ist gekennzeichnet durch trockene Areale mit spärlichem Pflanzenbewuchs, in denen Geröll und Sand das
Erscheinungsbild dominieren. Steine sind ergo in unterschiedlichster Form, etwa als Sand, Kies, Geröll, Felsen oder Felshöhlen, das primäre Gestaltungselement. Geeignet sind gleichartige Schiefer, Sandstein und andere Sedimentgesteine. Höhere Steinaufbauten sind unbedingt zu sichern (z.B. mit
lösemittelfreiem Kleber od. Heißkleber), denn auf einem sandigen Untergrund könnten sie leicht wegrutschen. Besonders dekorativ wirkt die eigenhändige Gestaltung der Rückwand als Felsen mit
Plateau - holen sie sich einen Hobby-Modellbauer dazu, wenn sie sich das nicht selbst zutrauen. Auf jeden Fall sollten ausreichend Versteck-, Sonnen- und Präsentierplätze geschaffen werden.
Als Bepflanzen kommen sukkulente Pflanzen in Betracht, z.B. Tillandsia usneoides, Lithops spec. (lebende Steine), Euphorbia spec., Bogenhanf, Aloe etc. Beachten sie jedoch beim Kauf
der Pflanzen immer, dass für ihre Tiere keine Verletzungs- (Kakteen) oder Vergiftungsgefahr besteht (einige Euphorbiaceen- Arten, ...). Besonders das Vergiftunsrisiko wird häufig unterschätzt, denn die
Tiere vergiften sich nicht direkt über die Aufnahme toxischer Pflanzensäfte, sondern indirekt über Futtertiere wie Grillen, die von diesen Pflanzen gefressen haben.
Reptilien, die in ariden Ökosystemen leben, brauchen zumeist kein größeres Wasserbecken, da ihr Wasserbedarf eher marginal ist. Oftmals lecken sie den Tau von Pflanzen und Steinen
ab, um ihren Bedarf zu decken. Daher ist regelmäßiges sprühen (1x pro Tag) auch in Trockenterrarien sinnvoll.
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Weitergehende Informationen für die “Mindestanforderungen an
die Haltung von Reptilien” hat die DGHT (Deutsche Gesellschaft f. Herpetologie u. Terrarienkunde) durch eine Expertengruppe 1997 erarbeiten lassen. Genaueres erfahren sie unter dem Link http://www.bna-ev.de/. Dort kann man auch detaillierte Tabellen aus dem
Gutachten zu den Haltungsbedingungen einzelner Gattungen einsehen! Hier einige Auszüge daraus:
Mindestanforderungen an die Haltung von Reptilien vom 10. Januar 1997
Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat, muss dieses seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen; er
darf die Möglichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden (§ 2 des Tierschutzgesetzes).
Deshalb müssen vor dem Kauf eines Reptils Kenntnisse über die Biologie der betreffenden Art und die sich daraus ergebenden Haltungsanforderungen erworben sowie ein Terrarium für
seine artgemäße Haltung vorbereitet werden. Dem Erwerb von Nachzuchten ist grundsätzlich der Vorzug zu geben. Arten, die der fachlich informierte (sachkundige) Anfänger halten kann oder die nur der
Spezialist halten soll, sind im Gutachten besonders gekennzeichnet. Alle nicht oder als „nur für den Spezialisten geeignet“ gekennzeichneten Arten sowie alle Chamäleons eignen sich nicht für den
„Einstieg“ in die Reptilienhaltung. Das Gutachten soll und kann das Studium entsprechender Fachliteraur nicht ersetzen und ist als alleinige Quelle für den Erwerb von Wissen über die Reptilienhaltung
nicht geeignet. Die Angaben im speziellen Teil entsprechen dem derzeitigen Erkenntnisstand; sie sollen in regelmäßigen Abständen auf ihre Aktualität überprüft und erforderlichenfalls überarbeitet werden.
I. Allgemeiner Teil
1. Klimatisierung und Beleuchtung
Reptilien sind wechselwarme (ectotherme) Tiere, deren Lebensfunktionen in hohem Maße von den Umweltbedingungen abhängen. Demzufolge ist eine den natürlichen Verhältnissen
entsprechende Klimatisierung der Gehege für ihre erfolgreiche Pflege und Zucht von entscheidender Bedeutung. Um das zu gewährleisten, ist entsprechend der artspezifischen Bedürfnisse in der Regel ein
Temperaturgefälle im Haltungssystem und eine Nachtabsenkung der Umgebungstemperatur notwendig. Die Spannbreite dieser Minimal- und Maximaltemperatur sowie die Vorzugstemperatur können sehr verschieden
sein; Hinweise dazu werden im speziellen Teil gegeben. Insbesondere muss berücksichtigt werden, dass viele Reptilien thermoregulatorische Verhaltensweisen besitzen, die es ihnen ermöglichen, während der
Aktivität eine mehr oder weniger konstante Körpertemperatur (auch als „Betriebstemperatur“ bezeichnet) aufrecht zu erhalten.Für bestimmte Arten ist auch die mit Licht gekoppelte Strahlungswärme wichtig.
Auf die Verwendung geeigneter Lampen/Leuchtstoffröhren und die sachgerechte Anbringung ist zu achten (u. a. wegen Verbrennungsgefahr). Die Beleuchtungsintensität hat für die Aktivität, die Färbung und
die Gesundheit Bedeutung.
Zwei weiterere wichtige Faktoren für die Gesunderhaltung der Reptilien sind die Luft- und die Substratfeuchtigkeit. Einzelheiten sind im speziellen Teil dargelegt.
Alle Umweltfaktoren sollen den natürlichen Verhältnissen der Herkunftsbiotope weitestgehend entsprechen. Dabei muss berücksichtigt werden, dass nicht nur das Makroklima, d. h.
die aus einem Klimaatlas gewonnenen Daten, sondern vor allem das Mikroklima, das mitunter erheblich vom Makroklima abweichen kann, für die Gesundheit und das Wohlbefinden entscheidend ist.Geeignete
Geräte zur Messung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit müssen vorhanden sein.
2. Ernährung
Zu gewährleisten ist eine der jeweiligen Art adäquate Ernährung. Das eingesetzte Futter muss einen den Ernährungsbedürfnissen entsprechenden Gehalt an Vitaminen, Mineralien und
Ballaststoffen aufweisen. Für Möglichkeiten einer artgemäßen Wasseraufnahme ist zu sorgen.
3. Terrariengestaltung
Die Gehegegestaltung bzw. die Infrastruktur des künstlichen Lebensraumes muss sich an den Bedürfnissen der zu pflegenden Art orientieren (z. B. Graben, Wühlen, Klettern,
Schwimmen). Zu den wichtigsten Mindestausstattungen gehören:
- geeignetes Bodensubstrat in genügender Höhe,
- Versteckmöglichkeit,
- eventuell Wasserbecken, Badebecken,
- eventuell Klettermöglichkeiten (Felsen, Äste, Zweige) in geeigneter Größe und Dimension,
- eventuell Bepflanzung zur Herbei- führung eines geeigneten Mikroklimas, als Versteckmöglichkeit u. a.,
- bei Haltung geschlechtsreifer eierlegender Weibchen spezielle Eiablagemöglichkeit.
Sichtschutzeinrichtungen innerhalb eines Geheges oder zwischen einzelnen Gehegen können erforderlich sein.
4. Vergesellschaftung
Um sozialen Stress bei Paar- und Gruppenhaltung zu vermeiden, muss auf die natürliche Sozialstruktur geachtet werden, wobei im Terrarium jedoch nicht
immer die natürliche Sozialstruktur, z. B. mit einem dominanten und mehreren rangniederen Männchen in einer Gruppe, möglich ist. Auch müssen
individuelle Unterschiede der Tiere bei der Vergesellschaftung berücksichtigt werden. Es kann erforderlich sein, mehrere Futterstellen einzurichten.
Eine Vergesellschaftung verschiedener Arten mit gleichen Biotopansprüchen ist möglich; die Tiere dürfen sich jedoch gegenseitig nicht negativ beeinflussen.
5. Terrariengröße
Allgemeingültige Angaben zur Gehegegröße können nicht gemacht werden. Die Maße sollten sich auf die Kopf-Rumpf-Länge, Körperlänge oder
Panzerlänge beziehen und den natürlichen Bewegungsbedarf angemessen berücksichtigen. Im speziellen Teil werden dazu Richtwerte genannt.
Sind bauliche Veränderungen zur Erfüllung der Richtwerte nötig, so ist dies bei der Festlegung von Übergangszeiten entsprechend zu berücksichtigen. Bei
größeren Um- und Neubauten ist von ca. 5 Jahren, von Planungsbeginn an, auszugehen.
6. Pflege
Eine artgemäße Pflege schließt Grundnormen der Sauberkeit und Hygiene, eine regelmäßige Gesundheitskontrolle und erforderlich werdende Behandlungsmaßnahmen ein.
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